Schon in meiner Kindheit haben mich die asiatischen Kampfkünste fasziniert. Seien es die akrobatischen und blitzschnellen Bewegungen des chinesischen Gongfus oder die klaren, kraftvollen Techniken der japanischen Stile. So begann ich ab 1993 mit dem Training des Shotokan Karate. Nach mehreren Jahren des Übens, stellte sich aber ein Gefühl, dass im Bereich der Kampfkünste noch viel mehr zu entdecken gibt.
Daraufhin begann ich mich mit den inneren chinesischen Stilen zu beschäftigen und fand den Weg zu Chen Taiji Berlin, wo ich seit Mai 2005 intensiv trainiere. Dort lernte ich die verschiedensten Formen (Lao Jia Yi Lu, Lao Jia Er Lu, 13er, 38er, Schwert, Säbel, Stock), Tui Shou, Sanda und Qi Gong-Methoden. Dazu zählen diverse Chan Se Gong-Übungen, die acht Brokate (Ba Duan Jin), Yi Jin Jing und Ba Da Kong Fa.
Im Rahmen der Ausbildung vom Meister Mario Pestel hatte ich das Privileg von hochrangigen Meistern der chinesischen Kampfkünste unterwiesen zu werden. In mehreren Reisen nach China und bei Besuchen in Berlin erhielt ich Unterricht von Meister Chen Zhenglei, dessen Cheftrainer Zhang Dongwu, Shen Xijing und Chen Ziqiang (Chefcoach in Chenjiagou). Des weiteren ermöglichte mir Chen Taiji Berlin das Studium der beiden anderen großen Stile der inneren Kampfkünste, Baguazhang und Xingyiquan, unterrichtet von Meister Zhao Fenglin (6. Duan). Im Dezember 2008 wurde mir schließlich der 1.Duan verliehen.
Wer andere kennt, ist klug.
Wer sich selber kennt, ist weise.
Wer andere besiegt, hat Kraft.
Wer sich selber besiegt, ist stark.
- Lao Zi
Meine erste Berührung mit der Kampfsportwelt bekam ich mit etwa zehn Jahren im ehemaligen Judo- Leistungszentrum Spremberg bei Diethold Hermann (damals 3.Dan Judo). Mit hartem Training mit bis zu sechs Einheiten in der Woche plus Wettkämpfen. Dem Judo bin ich auch während meiner Dienstzeit und dem Studium treu geblieben, bis ein Trainingsunfall ein weiteres leistungsorientiertes Training nicht mehr ermöglichte.
Später war es auch möglich andere Kampfkunst und Kampfsportarten zu trainieren versuchte ich es mit Aikido. Diese Techniken waren allerdings nichts mehr für meine Rückenprobleme. Teak Won Do als nächstes war mir einfach zu hart. Nach einem Bandscheibevorfall kam ich so als erstes mit dem Yang-Taiji zusammen, was dem Struktur- und Muskelaufbau nach einer solchen Attacke zugute kam.
Auf der Suche nach einer kampfbetonteren Variante entdeckte ich eher durch Zufall Chen Taiji Berlin. Beim hier gelehrte Chen Taijiquan bin ich immer wieder fasziniert von den komplexen Prinzipien, welche sich am Ende einfach und logisch erklären und sich universell in alle Kampfkünste und Sportarten integrieren lassen. Über den strukturellen und mentalen Aufbau von Geist und Energie vollzieht sich auch ein wachsendes Verständnis für den Körper.